SCHATTEN IN DER NACHT

Jetzt gerade passiert und direkt in meine virtuelle Druckpresse übertragen. Der Schreck sitzt mir noch in den Knochen. 

Aufgrund der sinkenden Temperaturen der letzten Tage, habe ich es nach dem letzten Migränen-Vorfall (siehe DUNKELHEIT UND MIGRÄNE) vermieden in unseren Garten zu gehen. 

Das regelmäßige zusammen-in-den-Garten-gehen ist aber eins dieser Rituale zwischen Milú und mir. Zu Beginn meines Daseins als Katzen-Hüterin waren diese regelmäßigen Gartenspaziergänge super zum gegenseitigen Kennenlernen. 

Daher bin ich heute kurzentschlossen in den Garten gegangen. 

Da ist dieser Baum der in die Horizontale gewachsen ist. Der perfekte und ultimative Kratzbaum. Unser Ritual: ich klopfe auf den Baumstamm und Milú springt hoch.  

Folgende Geschehnisse erfolgten in fast kompletter Dunkelheit…

Milú setzt zum Sprung an und plötzlich rast er als ein weißer Fellblitz gefolgt von einem dunklen Schatten an meinem Kopf vorbei (ach ja, für die, die den Garten nicht kennen…der Ast ist auf Kopfhöhe). In Sekundenschnelle sind beide Katzen am anderen Ende des Gartens und ich versuche mit dem Tempo mitzuhalten.

An der ersten Hecke kommt es zum Showdown: lautes Katzenknurren und Schreien. Ich schmeiße mich heroisch in die Hecke, um die beiden zu trennen. Das Blut pocht in den Ohren. Ich sprinte in die anderen Richtung zurück, um über den Zaun zu klettern und den Eindringling zu vertreiben.

Meine allzeit-bereite-Nachbarin aus Haus Nr. 7 hält wie im Staffellauf eine hochpotente Taschenlampe bereit, die ich im Laufen ergreife, um dann gazellengleich über den Zaun zu schweben (so kommt es mir im Adrenalinrausch jedenfalls vor). 

Stille legt sich über den Garten und wir drei Jäger lauschen auf eine Regung im Zwielicht der Nacht. 

Plötzlich macht der dunkle Schatten, der Erzfeind Nr. 1, den ersten Schritt und versucht sich zu verdrücken. Ich renne hinterher und fuchtel mit der Taschenlampe wie eine Irre (und ich mag Katzen ansonsten wirklich gerne…). 

Wir rennen durch ein Tor raus auf die Straße und der dunkle Schatten entkommt gegenüber in das nächste Tor. 

Ich bleibe keuchend stehen. 

Der Adrenalinspiegel nimmt rasch ab und ich nehme meine Umgebung nun zum ersten Mal war. 

Mehrere Typen schauen mich entgeistert und mit offenem Mund an (hierzu muss man wissen, dass ich in einer von der Stadt Hamburg offiziell ernannten Gefahrenzone lebe. Rennenden Menschen geht man hier besser aus dem Weg). 

Milú hat sich mittlerweile auf den Balkon gerettet. Natürlich mit entsprechenden Blessuren. Von der Ganzkörper-Schlammverkrustung mal abgesehen, hat er einen fetten fast-ins-Auge-gegangen Kratzer und ein geschwollenes Hinterbein (ah…das Humpeln beginnt wieder). 

So, nun liegen wir beide im Bett, um uns zu erholen. 

Was für ein Abend!

DUNKELHEIT UND MIGRÄNE

Ich sitze in diesem Moment im Garten, auf einem feuchten Gartenstuhl. Es ist Anfang Oktober und der schlimmste Regenguss ist vorbei. Mich umschließt feuchte und kalte Luft. Und ich habe Migräne. Ich habe sonst nie Migräne (mein ehrliches und tiefes Mitleid alle, die regelmäßig darunter leiden).

Warum ich hier sitze? Dafür muss ich etwas ausholen…

Im September sind wir ein Wochenende verreist. Unsere (wie immer) lieben Nachbarn (siehe hierzu KLEBEBAND UND EXPLOSIONEN) waren wie immer entzückt auf Milú aufzupassen. 

Ob Milú das auch so sieht?

Am Tag der Abreise fängt Milú an zu humpeln. Normalerweise bin ich nicht so ein sofort-zum-Tierarzt-Geher, aber seinen lieben Nachbarn möchte man doch lieber ein unversehrtes Tierchen zur Verfügung stellen. Also in Windes Eile morgens noch schnell zum Tierarzt. Habe übrigens einen Neuen und bin sehr sehr zufrieden. Also… Tierarzt, nicht Katze.

Katze wurde fachmännisch getätschelt, vermessen und unter Drogen gesetzt und wir sind nur halbschlechten Gewissens in den Urlaub gefahren. Natürlich befanden wir uns in einem ständigen Austausch mit meiner Nachbarin. 

Auszug aus der „Was-is’n-los“-App:

[02.09., 9:37 vorm.] Ich: Oh beste Nachbarin (BM). Wie geht es meinem Baby?

[02.09., 9:38 vorm.] BM: Ich war gestern Abend da. Er war auch da, aber er hat nicht gehumpelt.

[02.09., 9:39 vorm.] Ich: Echt nicht?

[02.09., 9:39 vorm.] MN: Ich gucke mal heute im Garten wie er sich bewegt.

Und Tatsache. Eine Flut von Bildern und Videos zeigte einen unversehrten Milú, hüpfend und sprigend im Garten. 

Ein Klassiker (siehe hierzu auch 150 EUR PRO HUMPELN)! So spielt halt das Leben. 

Was hat das nun alles mit der Garten-Migräne zu tun? Ich bin gerade von einem weiteren Kurzausflug zurück. Milú humpelte uns zur Begrüßung wehleid entgegen. Ein kleines dreibeiniges Häufchen Elend mit zig Kratzern und Bisswunden.

Sofort zum Tierarzt? Nix da. Ich vertraute auf die beschworenen Selbstheilungskräfte von Katzen sowie auf die Hausmittelchen, die wir alle so im Schrank horten. Ausserdem fraß er wie ein Scheunendrescher und bewegen wollte er sich auch, wenn auch dreibeinig. „Vor zwei Wochen ging das ja von alleine weg“, dachte ich mir.

Nun. Es ging nicht weg…

Ganz im Gegenteil. Das Humpeln wurde immer schlimmer. Nun also doch zum Tierarzt. 

Dort wurde ich professionell ausgeschimpft („Warum kommen Sie jetzt erst!“) und Milú wiederum genau untersucht. Die Wunde hatte sich entzündet und Milú erhielt Antibiotika sowie strengstes Ausgehverbot.

Nun… Ausgehverbot beinhaltet, dass Monsieur temporär das Katzenklo nutzen muss. Will er aber nicht! 

Und so begann der professionell durchgeführte Klostreik einer nachtaktiven Katze. 

Nächtliches Wollknäulspiel, gut zureden, kraulen, jagen, ausschimpfen und gelegentlich ins Katzenklo stopfen haben mich mürbe gemacht. Heute ist die dritte Nacht und ich sehe mich gezwungen aufzugeben. 

Um des Hausfriedens willen. Um meiner Gesundheit willen. Um der Katze Darmtätigkeit willen.

Und das ist der Grund – und ich bin nicht stolz auf meine Inkonsequenz –  warum ich hier um drei Uhr morgens auf einem nassen Stuhl im Garten sitze und unter pochenden Kopfschmerzen Milú beim Verrichten seines Geschäfts zuschaue.

Er grinst mich höhnisch an. 

Moral: 

(I) Katze immer sofort zum Tierarzt bringen? – Ja, woher soll ich das wissen …

(II) Streikt die Katze, besser aufgeben bevor einen die Migräne heimsucht. 

RETTUNG VOR DEM TOD?

Katzen sind normalerweise sehr effizient. Ein Mäuschen wird über einen möglichst langen Zeitraum am Leben erhalten, denn  für die aufgewendete Energie während der Jagd möchte Katze natürlich ausreichend kompensiert werden.

Ich sitze heute früh auf dem Balkon, höre es rascheln und mein Unterbewusstsein sagt: „Das ist erfolgreiches-Jagd-Rascheln. Schnell! Alle Zugänge zur Wohnung verschließen!“

Gedacht, getan.

Zwei Sekunden später versucht Milú eine quietschende Maus ins Haus zu bugsieren, denn in Ruhe totspielen lässt sich – gemäß Milú – anscheinend am Besten in der Wohnung. Diesmal war ich allerdings schneller als mein geliebtes Killer-Haustier (für die Fälle in denen ich nicht so schnell war siehe 3-UHR-MORGENS und KRAH-KRAH-KRAHHH).

Aufgrund meiner fehlenden Kooperation muss der selbsternannte Ungeziefer-Vernichter sein blutiges Geschäft im Garten erledigen. Mindestens drei Nachbarn aus Nr. 7 sind Augenzeugen während sie versuchen ihr Frühstück auf dem Balkon zu essen.

Ich schaue ab und zu, wann es vorbei sein könnte und traue meinen Augen nicht. Nach circa 20 Minuten hängt Milú in einem Busch und versucht an den dünnen Zweigen hochzuklettern. Dies gestaltet sich sehr schwierig, denn 9 Kilo Muskelmasse (plus ein bisschen Fett) einen 5-Millimeter-Ast hoch zu hieven wird durch die Schwerkraft vereitelt.

Warum probiert er das dann unentwegt ……?

Weil die Maus entwischt ist!

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Sie sitzt oben auf dem dünnsten Ast. Wie auch immer sie das geschafft hat.

Gerettet vor dem Tod? Wer weiß. Milú sitzt unten im Gebüsch. Wer wohl den längeren Atem haben wird?

DURCHHALTEVERMÖGEN ODER PENETRANZ?

Wir haben eine Tür.
Nur für Milú.
Genauer gesagt: wir haben die Möglichkeit geschaffen, dass unser Kater rein und raus kann, ohne dass andere Katzen das ebenfalls tun.

Dachten wir jedenfalls. Bis gestern.

Von dem Cathöhlen-Zugang (mehr hierzu in: BATHÖHLE) hörte ich lautes Rascheln und Quieken (Geräusche eines Kampfes? Oder doch nur Milú, der sich mit seinen fast 9 Kilo durch die kleine Katzenklappe quetscht?).

Nun, es waren dann auf einmal zwei Katzen! Milú und Pascha (mehr zu Pascha: WER IST HIER EIN BULLY?).
Nur, eigentlich konnte das nicht sein. Der chipgesteuerte Eingang entriegelt nur, wenn Milú sein entzückendes ge-chip-tes Köpfchen in die Klappe steckt.

Aber Pascha hat die einzige Möglichkeit gefunden unser ausgefeiltes Sicherheitssystem zu umgehen.

Bevor die Klappe sich vollständig schließt, zwängt er sich direkt hinter Milú durch die Öffnung.

RESPEKT!!
Pascha, wer immer sagt „Intelligenz und Schönheit“ passt nicht zusammen … der hat dich noch nicht gesehen.

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Foto by may-photo.com<>.

90-60-90 und DIE WAHRE SCHÖNHEIT

Wer hat denn schon solche Maße?

Barbiepuppe, All-american-Dreamgirl, Superwoman …?

Jedem, der mit seinem Körper hadert und wissen möchte woher 90-60-90 kommt empfehle ich den gesamten Artikel zu lesen: hier.

Schönheit ist definitiv subjektiv und kulturell gesteuert.

Und wie man nachlesen kann, auch teilweise extrem und unappetitlich.
Aber: ich schreibe keinen gesellschaftskritischen sondern lediglich einen ephemeren (sich verflüchtigenden) Blog, daher endet hier der Exkurs und ich unterdrücke nun den Impuls mich über Bullimie und Magermodels auszulassen.

Um die wahre Schönheit – die Essenz einer tollen Persönlichkeit in nur einem Augenblick zu erfassen – braucht man einen tollen Fotografen oder wie bei uns – eine tolle Fotografin.

Da Katzen mit ihren Körpermaßen etwas entspannter umgehen als ein durchschnittlicher Teenager und ihre Speckröllchen mit Stolz in jede Linse recken, wurde Milú letztes Wochenende in ein Fotoshooting geschickt.

Geniesst das Ergebnis bei heißem Kakao mit Extra-Sahne. Gegen das schlechte Gewissen hilft übrigens Sport.

DANKE MAY🙂
Es war eine Wonne dir bei der Arbeit zuzusehen.

Film ab eine wahre und ziemlich entspannte Schönheit:

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Für mehr tolle Fotos geht einfach auf: www.may-photo.com

BESTRAFUNG UND BESPITZELUNG

Wir waren ganze fünf Wochen im Urlaub. Der Urlaub war lange geplant, lange ersehnt und währte dann leider eben doch nur fünf Wochen.

Was macht man mit dem geliebten Stück Katze in so einer langen Zeit?

Katzenblogs empfehlen dringend das Tier möglichst wenig Stress auszusetzen. Allerdings wissen alle Haustierbesitzer, dass nicht das Tier sondern der Hüter desselben auf der Suche nach willigen Urlaubsvertretungen in Verzweiflung geraten kann.

Bei mir alles nicht der Fall! Dank Superhelden-Nachbarn, Seraphine und natürlich etwas emotinaler Manipulation meiner- und katzenseits (SIEHE AUCH: „MANIPULATION UND SUPERHELDEN“ sowie „KLEBEBAND UND EXPLOSIONEN„).

Vor, während und nach dem epischen Urlaub war es ein großes Thema in unserem lokalen Katzenhalter-Chat „Kittymonsters“, ob Milú mich und den-besten-Ehemann mit gespieltem Desinteresse und Apathie bestrafen oder es sogar zu einer tätlichen Auseinandersetzung kommen würde.

Nun, mein lieber blut-und-kratzwunden-lechzener Leser: nichts dergleichen war der Fall.

Übrigens sehr zur Enttäuschung meiner Nachbarin in Nr. 7, die nach ihrem Urlaub von ihren Katzen Suri und Shiva mit Missachtung gestraft wurde.

Nach dem ersten Betreten der Wohnung griff ich nach Milú, schwang ihn mir über die Schulter, und tat einfach so als hätte ich in den vergangenen fünf Wochen nichts anderes getan.
Und Milú?

Machte gute Miene zum bösen Spiel.

Die fehlende Betrafung wurde allerdings durch eine erhöhte Überwachung kompensiert. Anbei ein Beweis dieser Bespitzelung:
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Bekanntlich haben Katzen einen langen Atem und sowieso ist die Rache besonders süß wenn sie aus heiterem Himmel kommt.

Ich verharre daher in (an)gespannter Erwartung der Manifestation verletzter Gefühle in Form von psychologischen oder physischen Repressalien.

KLEBEBAND UND EXPLOSIONEN

DIESER BLOGEINTRAG IST LILLY GEWIDMET.

Wer fährt mit ausreichend Pack- Klebeband und Seilen im Auto herum?

Nicht nur der gemeine Entführer sondern ebenfalls der beste-Ehemann-von-allen. Wenn er könnte. Wir haben zum Glück kein Auto.

Allzeit bereit etwas abzudichten oder zu versiegeln.

Wir sind gerade aus einem Urlaub zurück und vor der Abreise wurde das unser Haus mit den eben genannten Hilfsmitteln “maus-sicher“ gemacht. Sind wir nicht daheim besteht die Möglichkeit, dass Milú ungebetenen Besuch mitbringt (obwohl: jeder treue Leser weiß, dass die Gefahr immer besteht – siehe beispielsweise KRAH-KRAH-KRAH).

Jedes bekannte, bewährte und potentielle Schlupfloch wird vom-besten-Ehemann mit Klebeband versiegelt. Jede Ritze unter der Tür hermetisch abgeriegelt.

Ich fürchte, dass unsere Catsitterin (DANKEEEEEEEE AN DIESER STELLE) sich ihren Teil dazu gedacht, und dankenswerterweise kein Wort darüber verloren hat.

Trotz aller Bemühungen kam es doch zu einem Vorfall epischen Umfangs. Zwar waren alle Ritzen versiegelt, doch wer hätte ahnen können ….

… dass das Klo buchstäblich explodieren würde?

Anbei das Beweisfoto in bester Smartphone-Qualität.

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Die Catsitterin musste nun leider auch die Rolle der Tatortreinigerin, Klo-Wiederherstellungs-Koordinatorin und Katzen-Trösterin übernehmen. Und dies mit großem Erfolg.
Wir hatten durchgehend das gute Gefühl, dass sich unsere Lokus-Angelegenheit in kompetenten Händen befanden, sodass unser Urlaub – im Gegensatz zum Badezimmer – ungetrübt blieb.
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Unsere Nachbarschaftsbeziehung ward auf Probe gestellt und hat überlebt!

Ob ich allerdings für die Zukunft einen Catsitter habe sei dahingestellt ….