RETTUNG VOR DEM TOD?

Katzen sind normalerweise sehr effizient. Ein Mäuschen wird über einen möglichst langen Zeitraum am Leben erhalten, denn  für die aufgewendete Energie während der Jagd möchte Katze natürlich ausreichend kompensiert werden.

Ich sitze heute früh auf dem Balkon, höre es rascheln und mein Unterbewusstsein sagt: „Das ist erfolgreiches-Jagd-Rascheln. Schnell! Alle Zugänge zur Wohnung verschließen!“

Gedacht, getan.

Zwei Sekunden später versucht Milú eine quietschende Maus ins Haus zu bugsieren, denn in Ruhe totspielen lässt sich – gemäß Milú – anscheinend am Besten in der Wohnung. Diesmal war ich allerdings schneller als mein geliebtes Killer-Haustier (für die Fälle in denen ich nicht so schnell war siehe 3-UHR-MORGENS und KRAH-KRAH-KRAHHH).

Aufgrund meiner fehlenden Kooperation muss der selbsternannte Ungeziefer-Vernichter sein blutiges Geschäft im Garten erledigen. Mindestens drei Nachbarn aus Nr. 7 sind Augenzeugen während sie versuchen ihr Frühstück auf dem Balkon zu essen.

Ich schaue ab und zu, wann es vorbei sein könnte und traue meinen Augen nicht. Nach circa 20 Minuten hängt Milú in einem Busch und versucht an den dünnen Zweigen hochzuklettern. Dies gestaltet sich sehr schwierig, denn 9 Kilo Muskelmasse (plus ein bisschen Fett) einen 5-Millimeter-Ast hoch zu hieven wird durch die Schwerkraft vereitelt.

Warum probiert er das dann unentwegt ……?

Weil die Maus entwischt ist!

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Sie sitzt oben auf dem dünnsten Ast. Wie auch immer sie das geschafft hat.

Gerettet vor dem Tod? Wer weiß. Milú sitzt unten im Gebüsch. Wer wohl den längeren Atem haben wird?

DURCHHALTEVERMÖGEN ODER PENETRANZ?

Wir haben eine Tür.
Nur für Milú.
Genauer gesagt: wir haben die Möglichkeit geschaffen, dass unser Kater rein und raus kann, ohne dass andere Katzen das ebenfalls tun.

Dachten wir jedenfalls. Bis gestern.

Von dem Cathöhlen-Zugang (mehr hierzu in: BATHÖHLE) hörte ich lautes Rascheln und Quieken (Geräusche eines Kampfes? Oder doch nur Milú, der sich mit seinen fast 9 Kilo durch die kleine Katzenklappe quetscht?).

Nun, es waren dann auf einmal zwei Katzen! Milú und Pascha (mehr zu Pascha: WER IST HIER EIN BULLY?).
Nur, eigentlich konnte das nicht sein. Der chipgesteuerte Eingang entriegelt nur, wenn Milú sein entzückendes ge-chip-tes Köpfchen in die Klappe steckt.

Aber Pascha hat die einzige Möglichkeit gefunden unser ausgefeiltes Sicherheitssystem zu umgehen.

Bevor die Klappe sich vollständig schließt, zwängt er sich direkt hinter Milú durch die Öffnung.

RESPEKT!!
Pascha, wer immer sagt „Intelligenz und Schönheit“ passt nicht zusammen … der hat dich noch nicht gesehen.

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Foto by may-photo.com<>.

90-60-90 und DIE WAHRE SCHÖNHEIT

Wer hat denn schon solche Maße?

Barbiepuppe, All-american-Dreamgirl, Superwoman …?

Jedem, der mit seinem Körper hadert und wissen möchte woher 90-60-90 kommt empfehle ich den gesamten Artikel zu lesen: hier.

Schönheit ist definitiv subjektiv und kulturell gesteuert.

Und wie man nachlesen kann, auch teilweise extrem und unappetitlich.
Aber: ich schreibe keinen gesellschaftskritischen sondern lediglich einen ephemeren (sich verflüchtigenden) Blog, daher endet hier der Exkurs und ich unterdrücke nun den Impuls mich über Bullimie und Magermodels auszulassen.

Um die wahre Schönheit – die Essenz einer tollen Persönlichkeit in nur einem Augenblick zu erfassen – braucht man einen tollen Fotografen oder wie bei uns – eine tolle Fotografin.

Da Katzen mit ihren Körpermaßen etwas entspannter umgehen als ein durchschnittlicher Teenager und ihre Speckröllchen mit Stolz in jede Linse recken, wurde Milú letztes Wochenende in ein Fotoshooting geschickt.

Geniesst das Ergebnis bei heißem Kakao mit Extra-Sahne. Gegen das schlechte Gewissen hilft übrigens Sport.

DANKE MAY🙂
Es war eine Wonne dir bei der Arbeit zuzusehen.

Film ab eine wahre und ziemlich entspannte Schönheit:

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Für mehr tolle Fotos geht einfach auf: www.may-photo.com

BESTRAFUNG UND BESPITZELUNG

Wir waren ganze fünf Wochen im Urlaub. Der Urlaub war lange geplant, lange ersehnt und währte dann leider eben doch nur fünf Wochen.

Was macht man mit dem geliebten Stück Katze in so einer langen Zeit?

Katzenblogs empfehlen dringend das Tier möglichst wenig Stress auszusetzen. Allerdings wissen alle Haustierbesitzer, dass nicht das Tier sondern der Hüter desselben auf der Suche nach willigen Urlaubsvertretungen in Verzweiflung geraten kann.

Bei mir alles nicht der Fall! Dank Superhelden-Nachbarn, Seraphine und natürlich etwas emotinaler Manipulation meiner- und katzenseits (SIEHE AUCH: „MANIPULATION UND SUPERHELDEN“ sowie „KLEBEBAND UND EXPLOSIONEN„).

Vor, während und nach dem epischen Urlaub war es ein großes Thema in unserem lokalen Katzenhalter-Chat „Kittymonsters“, ob Milú mich und den-besten-Ehemann mit gespieltem Desinteresse und Apathie bestrafen oder es sogar zu einer tätlichen Auseinandersetzung kommen würde.

Nun, mein lieber blut-und-kratzwunden-lechzener Leser: nichts dergleichen war der Fall.

Übrigens sehr zur Enttäuschung meiner Nachbarin in Nr. 7, die nach ihrem Urlaub von ihren Katzen Suri und Shiva mit Missachtung gestraft wurde.

Nach dem ersten Betreten der Wohnung griff ich nach Milú, schwang ihn mir über die Schulter, und tat einfach so als hätte ich in den vergangenen fünf Wochen nichts anderes getan.
Und Milú?

Machte gute Miene zum bösen Spiel.

Die fehlende Betrafung wurde allerdings durch eine erhöhte Überwachung kompensiert. Anbei ein Beweis dieser Bespitzelung:
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Bekanntlich haben Katzen einen langen Atem und sowieso ist die Rache besonders süß wenn sie aus heiterem Himmel kommt.

Ich verharre daher in (an)gespannter Erwartung der Manifestation verletzter Gefühle in Form von psychologischen oder physischen Repressalien.

KLEBEBAND UND EXPLOSIONEN

DIESER BLOGEINTRAG IST LILLY GEWIDMET.

Wer fährt mit ausreichend Pack- Klebeband und Seilen im Auto herum?

Nicht nur der gemeine Entführer sondern ebenfalls der beste-Ehemann-von-allen. Wenn er könnte. Wir haben zum Glück kein Auto.

Allzeit bereit etwas abzudichten oder zu versiegeln.

Wir sind gerade aus einem Urlaub zurück und vor der Abreise wurde das unser Haus mit den eben genannten Hilfsmitteln “maus-sicher“ gemacht. Sind wir nicht daheim besteht die Möglichkeit, dass Milú ungebetenen Besuch mitbringt (obwohl: jeder treue Leser weiß, dass die Gefahr immer besteht – siehe beispielsweise KRAH-KRAH-KRAH).

Jedes bekannte, bewährte und potentielle Schlupfloch wird vom-besten-Ehemann mit Klebeband versiegelt. Jede Ritze unter der Tür hermetisch abgeriegelt.

Ich fürchte, dass unsere Catsitterin (DANKEEEEEEEE AN DIESER STELLE) sich ihren Teil dazu gedacht, und dankenswerterweise kein Wort darüber verloren hat.

Trotz aller Bemühungen kam es doch zu einem Vorfall epischen Umfangs. Zwar waren alle Ritzen versiegelt, doch wer hätte ahnen können ….

… dass das Klo buchstäblich explodieren würde?

Anbei das Beweisfoto in bester Smartphone-Qualität.

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Die Catsitterin musste nun leider auch die Rolle der Tatortreinigerin, Klo-Wiederherstellungs-Koordinatorin und Katzen-Trösterin übernehmen. Und dies mit großem Erfolg.
Wir hatten durchgehend das gute Gefühl, dass sich unsere Lokus-Angelegenheit in kompetenten Händen befanden, sodass unser Urlaub – im Gegensatz zum Badezimmer – ungetrübt blieb.
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Unsere Nachbarschaftsbeziehung ward auf Probe gestellt und hat überlebt!

Ob ich allerdings für die Zukunft einen Catsitter habe sei dahingestellt ….

VEGANER HACKBRATEN

Gutschi, Gutschi, Gutschiiii (flötet der Mensch). Komm mal her. Na komm …

Worte, die die lieben Haustiere täglich über sich ergehen lassen. Wenn ich Milú so beobachte, wie er in seinem Körbchen liegt und schläft, überkommt mich in dem gleichen Moment das zwanghafte Bedürfnis ihn zu streicheln. Was bin ich nur für eine Super-Katzenbesitzerin, denke ich da bei mir.
Ein Schnappschuss hat mir dann allerdings die Augen geöffnet.

Glücklich sieht irgendwie anders aus.

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Das Bild erinnert mich stark an Situationen, in denen dir jemand sagt: „Das ist aber gut für dich“, während dir ein supergesunder gluten-und-pestizid-freier zu 100% veganer Hackbraten vorgesetzt wird (siehe auch: CARNIVOREN UND KLOSSBRÜHE sowie WACKELGELEE).

Irgendwo tief im Inneren sagt mir eine Stimme, dass der „vegane-Hackbraten-für-zwischendurch“ meiner Gesundheit zuträglich ist. Daher kaue ich die zähe Masse auch gehorsam und gründlich. Natürlich mindestens 30 Mal, denn das ist doch auch so gesund. In solchen Momenten bitte nicht vergessen: Gute Miene zum bösen, im Kern aber guten, Spiel machen.

Wir können also festhalten, dass jeder sich manchmal in Situationen befinden, in denen man aus Zuneigung (oder Vermeidung einer Auseinandersetzung?) einfach mal was aushalten muss.
Gleiches Denken erwarte ich von allen Residenten in meiner Wohnung, inklusive Milú. Auch wenn es ihm nicht immer passt wird zukünftig fleißig weiter zwangsgekuschelt.

Hier gilt die Regel: Der Klügere (und letztendlich Schwächere) gibt nach!

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VERHÖR

Mein Gewissen verhört den-besten-Ehemannn-von-allen (dbEva) zu den Mäusevorfällen (siehe auch MITTÄTER).

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Gewissen:
Es ist 7:00 Uhr, Sonntag, 15.11.2015. Bevor wir anfangen nehme ich noch Ihre Personalien auf. „Eva“ … ehrlich? So lautet Ihr Name?

dbEva:
Nein, dbEVA! Das ist eher so eine Art Codebezeichnung. Meine Frau (übrigens die Beste von allen) findet das sehr lustig…

Gewissen:
… und Sie nicht so. Ich sehe es an Ihrem Gesicht. Aber keine Sorge, Sie können hier offen reden.

dbEva:
Ich bin immer offen. Und ehrlich. Ehrlich und offen (räusper). Warum sagen Sie solche Sachen?

Gewissen:
Ich wollte nur moralisch unterstützen.

dbEva:
Das hätten Sie tun können indem Sie dieses Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben hätten. Diese frühe Stunde ist nichts für mich.

Gewissen:
„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, wie Ihre Frau so gerne zu sagen pflegt.

dbEva:
Und da im Namen meiner Frau sprechen…

Gewissen:
Ja!

dbEva:
…werde ich mich zu dem frühen Vogel nicht weiter äussern. Den hat der Kater nämlich umgebracht. Und um den geht es hier mal wieder, korrekt? Ich würde das hier gerne abkürzen und wieder schlafen gehen.

Gewissen:
Wie Sie wünschen (Papiere rascheln). Sie wissen, dass Ihre Frau der Mittäterschaft an einem Mäusemord bezichtigt worden ist.

dbEva:
Sie wurde von allen Anschuldigungen frei gesprochen.

Gewissen:
Nicht wirklich. Sie ist mit einem Verweis davon gekommen. Nun gut, ihr Unwissen ist zu entschuldigen. Als kontrollierendes Organ ist es meine Aufgabe Ihre Rolle in dieser Tragödie festzuhalten. Wo befanden Sie sich zum Zeitpunkt des Tathergangs?

dbEva:
(räusper) …. im Bett.

Gewissen:
Das scheint ja ein Lieblingsplatz von Ihnen zu sein.

dbEva:
Ja, und?

Gewissen:
Also während Ihre Ehefrau (die Beste!) den Heerscharen von Mäusehorden trotzt, sind Sie im Bett.

dbEva:
Na, ist ja auch ihre und nicht meine Katze! Bevor der aufgetaucht ist hatten wir ein gemütlich Leben (siehe auch MANIPULATION UND SUPERHELDEN).

Gewissen:
Mir fällt auf, dass Sie von Milú in der Dritten Person sprechen. Ihr Verhältnis scheint ja eher unpersönlicher Natur.

dbEva:
Ja genau. Ich habe mit dem Viech nix zu tun. Das war unsere unsprüngliche Absprache als wir ihn angeschafft haben. Ich halte mich an unsere Abmachung (siehe auch UNBEUGSAME GALLIER (TEIL 1)). Daher können Sie mir wegen der Mäuse auch nichts vorwerfen!

Gewissen:
So so (raschelnde Papiere). Wie erklären Sie sich dann dieses Beweisfoto?

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dbEva:
[… schweigt …]

Gewissen:
Ist es nicht eher so, dass Sie einen sehr engen Kontakt pflegen? Sogar auf Ihrem Lieblingsplatz: dem Bett? (siehe auch UNBEUGSAME GALLIER (TEIL 2)).

dbEva:
[… überlegt schwitzend …] Ich  verweise hiermit nun auf mein Aussageverweigerungsrecht. Nach §136 i.V.m. §163a der Strafprozessordnung bin ich frei, mich zu der Beschuldigung zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen, insbesondere wenn ich mich durch eine wahrheitsgemäße Aussage selbst belasten müsste.

Gewissen:
[murmelt] … Schlaues Kerlchen. Gerade noch die Kurve gekriegt. Egal! Ob Sie nun aussagen oder nicht, die Fotos sind schlagkräftig. Zukünftig gibt es keine Ausreden mehr hinsichtlich Ihrer Verantwortung gegenüber der Katze.

dbEva:
Verantwortung?! Ich dachte hier geht es um Mäusemorde.

Gewissen:
Ging es urprünglich auch. Aber wir weibliche Gewissen schmeissen ja eh immer alles zusammen in einen Topf und denken mehrgleisig. Wenn man hierzu nichts findet, dann findet man eben dort was. Nach so lange Ehejahren sollte Sie das nicht mehr überraschen. Ihre Socken unter dem Teppich haben aus meiner Sicht einen direkten Zusammenhang mit diesen Mäusemorden.

dbEva:
[…denkt … HILFE! Milú. Komm her und schnurre. Normalerweise wird dann alles gut].

Milú:
Alter. Lass mich in Ruh´. Ich habe meine eigenen Probleme.