DUNKELHEIT UND MIGRÄNE

Ich sitze in diesem Moment im Garten, auf einem feuchten Gartenstuhl. Es ist Anfang Oktober und der schlimmste Regenguss ist vorbei. Mich umschließt feuchte und kalte Luft. Und ich habe Migräne. Ich habe sonst nie Migräne (mein ehrliches und tiefes Mitleid alle, die regelmäßig darunter leiden).

Warum ich hier sitze? Dafür muss ich etwas ausholen…

Im September sind wir ein Wochenende verreist. Unsere (wie immer) lieben Nachbarn (siehe hierzu KLEBEBAND UND EXPLOSIONEN) waren wie immer entzückt auf Milú aufzupassen. 

Ob Milú das auch so sieht?

Am Tag der Abreise fängt Milú an zu humpeln. Normalerweise bin ich nicht so ein sofort-zum-Tierarzt-Geher, aber seinen lieben Nachbarn möchte man doch lieber ein unversehrtes Tierchen zur Verfügung stellen. Also in Windes Eile morgens noch schnell zum Tierarzt. Habe übrigens einen Neuen und bin sehr sehr zufrieden. Also… Tierarzt, nicht Katze.

Katze wurde fachmännisch getätschelt, vermessen und unter Drogen gesetzt und wir sind nur halbschlechten Gewissens in den Urlaub gefahren. Natürlich befanden wir uns in einem ständigen Austausch mit meiner Nachbarin. 

Auszug aus der „Was-is’n-los“-App:

[02.09., 9:37 vorm.] Ich: Oh beste Nachbarin (BM). Wie geht es meinem Baby?

[02.09., 9:38 vorm.] BM: Ich war gestern Abend da. Er war auch da, aber er hat nicht gehumpelt.

[02.09., 9:39 vorm.] Ich: Echt nicht?

[02.09., 9:39 vorm.] MN: Ich gucke mal heute im Garten wie er sich bewegt.

Und Tatsache. Eine Flut von Bildern und Videos zeigte einen unversehrten Milú, hüpfend und sprigend im Garten. 

Ein Klassiker (siehe hierzu auch 150 EUR PRO HUMPELN)! So spielt halt das Leben. 

Was hat das nun alles mit der Garten-Migräne zu tun? Ich bin gerade von einem weiteren Kurzausflug zurück. Milú humpelte uns zur Begrüßung wehleid entgegen. Ein kleines dreibeiniges Häufchen Elend mit zig Kratzern und Bisswunden.

Sofort zum Tierarzt? Nix da. Ich vertraute auf die beschworenen Selbstheilungskräfte von Katzen sowie auf die Hausmittelchen, die wir alle so im Schrank horten. Ausserdem fraß er wie ein Scheunendrescher und bewegen wollte er sich auch, wenn auch dreibeinig. „Vor zwei Wochen ging das ja von alleine weg“, dachte ich mir.

Nun. Es ging nicht weg…

Ganz im Gegenteil. Das Humpeln wurde immer schlimmer. Nun also doch zum Tierarzt. 

Dort wurde ich professionell ausgeschimpft („Warum kommen Sie jetzt erst!“) und Milú wiederum genau untersucht. Die Wunde hatte sich entzündet und Milú erhielt Antibiotika sowie strengstes Ausgehverbot.

Nun… Ausgehverbot beinhaltet, dass Monsieur temporär das Katzenklo nutzen muss. Will er aber nicht! 

Und so begann der professionell durchgeführte Klostreik einer nachtaktiven Katze. 

Nächtliches Wollknäulspiel, gut zureden, kraulen, jagen, ausschimpfen und gelegentlich ins Katzenklo stopfen haben mich mürbe gemacht. Heute ist die dritte Nacht und ich sehe mich gezwungen aufzugeben. 

Um des Hausfriedens willen. Um meiner Gesundheit willen. Um der Katze Darmtätigkeit willen.

Und das ist der Grund – und ich bin nicht stolz auf meine Inkonsequenz –  warum ich hier um drei Uhr morgens auf einem nassen Stuhl im Garten sitze und unter pochenden Kopfschmerzen Milú beim Verrichten seines Geschäfts zuschaue.

Er grinst mich höhnisch an. 

Moral: 

(I) Katze immer sofort zum Tierarzt bringen? – Ja, woher soll ich das wissen …

(II) Streikt die Katze, besser aufgeben bevor einen die Migräne heimsucht. 

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2 Gedanken zu “DUNKELHEIT UND MIGRÄNE

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